Gaensewein

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Seminarunterlagen Fasten – Wandern – Yoga

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• zuhause 3-7 Entlastungstage
• Anreise 16.00, Begrüßung, Gemüsesuppe am Abend
• 1. Fastentag mit Glaubertrunk
• 4 weitere Fastentage mit Wandern und Yoga
• 6.Tag Fastenbrechen mit dem Apfel am Mittag, Abendessen
• 7. Tag Frühstück, Abreise
• zuhause 3-10 Aufbautage

Der Plan

Ankommen

Loslassen

Unwissenheit/Verwechslung

Reinheit

Angst und Sorge

Ego

Der Apfel

Lebenslust

Heimat


 

Der Plan

Wenn man eine Fastenwoche plant, sollte man sich gut vorbereiten, wie immer im Leben. Vorher ein wenig visionieren, was man möchte. Sich seine Ziele, Wünsche und Hoffnungen bewusst machen.

 

Einfache Frage: Weshalb möchte ich Fasten?

Hauptziel, 2. Ziel, Nebeneffekt.

 

Man sollte immer drei Gründe haben etwas zu tun:

1.
2.
3.

Und hier sollte man das Kleingedruckte lesen: »Tipps für die Entlastungstage«

Grundprinzip: leichte vegetarische Kost, kleine Mengen, wenig Fett, viel Trinken, entspannen und Nichts bis zur letzten Minute raus schieben. Sich frei machen von den tausend Fesseln, der tausend toten Dinge.

 

Ankommen

Die Anreise erfolgt individuell. Wenn man sich schon auf der Hinfahrt mit jemandem zusammentun möchte, kann ich das erkunden und vermitteln. Oft ist eine Anreise schon am Vormittag möglich, da hat man Zeit sich einzurichten. Am Nachmittag gegen 17.00 geht’s los, man trifft sich. Wie läuft die Woche ab, und wer sind die Anderen? Und wann gibt es wieder was zu Essen?

Am Anreisetag gibt es Tee und ein vegetarisches Abendessen. Man macht sich bekannt, Organisatorisches wird besprochen. Ein Spaziergang, Sauna oder Yoga beenden den Tag.

 

2. Tag – Loslassen

Alles beginnt damit Ballast abzuwerfen. Das geht mit der Darmentleerung einher. Erst mal alles durchputzen. Glaubertrunk oder Einläufe sind das Mittel der Wahl. Der Körper bekommt das Signal umzuschalten von Energieprogramm 1 – Ernährung von Außen auf Energieprogramm 2 – Ernährung von Innen – den Energiedepots. Die Verdauung kommt zum erliegen, es wird ruhiger im Darm. Der Hunger wird kleiner, der Appetit größer. Hier heißt die Aufgabe nicht übers Essen zu reden, was nicht so leicht ist. Die Kreativität an geistiger Gestaltung von köstlichen Speisen ist ausgesprochen hoch. Es ist ein ziemlich fauler Tag. Man beginnt den Vormittag mit dem bitter-sauren-salzigen Getränk, bewegt sich noch eine kleine Weile verdauungsfördernd und bleibt in der Nähe der Toilette. Nach ungefähr drei Stunden kehrt Ruhe ein und der größte Teil ist aus dem Darm raus befördert.

Mittags, die erste Suppe erfreut sich noch nicht so großer Beliebtheit, aber die Geschmacksknospen „sprießen“ und der Geschmack verfeinert sich. Anschließend noch ein wenig verdauen mit Leberwickel und Mittagsruhe. Nachmittags ist der erste kleine Spaziergang angesagt, ungefähr eine Stunde lang.

Abendliches Yoga dient der weiteren Entspannung.

 

3. Tag – Unwissenheit/Verwechslung

Da gibt es Abhilfe. Hungern und fasten kann man schon mal verwechseln. Wer hungert der fastet nicht, sagt man. Unser Körper ist ein einziges Wunderwerk und mit der Fähigkeit zum Fasten bestens bestückt, wenn auch beim ersten Mal noch nicht so vertraut. Das kommt. Nach jedem Fasten erinnert sich der Körper und es fällt leichter. Und jede Nacht fastet er sowieso, daher das Wort „breakfast“. Im Zeitalter von gut gefüllten Kühlschränken haben wir nicht mehr so die Möglichkeiten der Entspeicherung, wie das noch zu Zeiten der Jäger und Sammler unserem normalen Jahresrhythmus entsprach. Über Sommer und Herbst hat man sich Vorräte zugelegt und Fett eingespeichert, im Winter und Frühling davon gezehrt. Jetzt gibt man viel Geld für Essen aus und erst recht, um in Form zu bleiben und hin und wieder etwas abzunehmen.

 

Reinheit

Derer Möglichkeiten gibt es viele.

Unser Organismus ist ein einziges Kraftwerk. Energie umwandeln und Abbauprodukte wieder ausscheiden. Beim Fasten werden alle Schleusen aufgetan. Besonders in den Morgenstunden. Der erste Gang zum WC beschert uns oft eine dunkelgelbe Brühe, da hatten die Niere ordentlich zu tun den Harn zu verdünnen, um ihn endlich loszuwerden.

1. Zunge schaben
Alle Schleimhäute geben an die Oberfläche einiges ab, auf der Zunge kann man es gut sehen. Mit einem Zungenschaber oder Teelöffel reinigt man vorsichtig grobe Belege.

2. Öl ziehen
Sonnenblumenöl, 1 Tel. im vorderen bereich des Mundes behalten und das Öl kräftig durch die Zähne pressen, es wird weißlich, bindet viele Erreger im Mund, fördert den Speichelfluss und noch so einiges.

Siehe Extrainfo

3. Bürstenmassage
2qm Hautfläche mit 10% unseres Blutes werden da in Wallung gebracht. Von der Peripherie die Lymphbahnen entlang, zum Zentrum wird massiert. Das bringt den Kreislauf in Schwung, die oberen verhornte Haut wird wegmassiert, mit der verstärkten Durchblutung wird das Gewebe besser mit Nährstoffen versorgt und entsorgt. Man nehme eine Körperbürste mit Naturborsten und langem Stiel, ruhig ein wenig zu hart, sie wird schnell weicher.

4. Wechselduschen

Schon Pfarrer Kneipp wusste um die wohltuende Wasseranwendung. Man beginnt warm, geht auf kalt, wieder warm und ended kühl. Immer an der Peripherie beginnen.

Zum Abschluss so kühl, wie es möglich ist, die Haut sollte einen Reiz erfahren und sich etwas zusammenziehen. Danach trocknet man sich nicht ab, sondern steift nur die Tropfen ab. Ein gutes pflanzliches Öl mit angenehmem Duft wird in den Händen verteilt und überall auf dem Körper einmassiert. So erhält die Haut einen pflegenden und durchlässigen Schutzfilm, der sie atmen lässt.

 

5. Nasendusche

Während das Öl noch einzieht, kann man eine Nasendusche vornehmen. ½ Tel. gutes Salz (ohne Jod, Rieselhilfsstoffe od. sonstige Zusätze) auf 200 ml lauwarmes Wasser. Je einen halben Becher durch ein Naseloch laufen lassen, anschließende Rotationen verteilen das Restwasser in allen Nasen- und Stirnhöhlen.

Wenn man sich jetzt noch mal im Bademantel ins Bett kuschelt oder auf dem Balkon einen Tee trinkt, stellt sich ein so wohliges Kribbeln ein.

Ab dem 2. Tag beginnt die Fettverbrennung. Es geht an die Depots, da steckt das Wort Po drin ….

 

4. Tag – Angst und Sorgen… sind weit weg

Dass die Vögel des Kummers und der Sorgen über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, kannst du verhindern.

Jeder Tag beginnt nach der Körperpflegezeremonie mit einem Morgengang, schweigend, sich selbst und die Umgebung betrachtend.

Hallo ihr beiden Füße: wie geht’s?

Hallo Augen: wie sieht’s aus?

Recken und strecken, Kraft und Dehnung, atmen, die Sonne begrüßen.

Nach dem Frühstücks-Tee mit Honig und Zitrone, packt man seinen Rucksack in abgespeckter Version: Getränk, Sitzunterlage, kleines Handtuch, Wechselsocken/T-Shirt und startet guten Mutes zur Wanderung.

Nach 3-4 Stunden Fußmarsch mit kürzeren oder längeren Pausen, mit Rückenwind oder der Sonne entgegen, kommt man glücklich und erschöpft zur nächsten Mahlzeit, bei der es wieder nichts zu mahlen gibt. Ausgekochtes Wurzelgemüse-Wasser mit Geschmacksrichtung Möhre, Sellerie oder rote Rüben erfreuen den Gaumen. Petersilie und Hefeflocken lassen kulinarische Gedanken aufkommen. Dann endlich die ersehnte Mittagsruhe, das Bett hat lange Arme. Die Aufgabe heißt einfach nur nichts tun. Wärmflasche auf den Bauch, die Leber freut sich über Ruhe, Wärme und viele Mineralien aus der Brühe. Wer nach 20 Minuten noch nicht schläft, darf auch was lesen.

Ab 16:00 Uhr trifft man sich zum Gedankenaustausch: »Tipps für alle Lebenslagen« 
Wie geht's dir und mir und was machen wir überhaupt hier?

Freie Zeit für noch mehr wohlbefinden: Massagen, Sauna, Ohrkerzen, Lesen, Baden Faulenzen, so genannte Mußestunden. Man plauscht oder lauscht.

Bis zum Abendgetränk, Saft mit Wasser am Kamin oder bei Sonnenuntergang.

Mit Entspannungs-Yoga z.B. Stretching für die Beine, Kraft für die Arme, Massagen für die Wanderfüße beenden wir den Tag. Man bekommt einen langen Atmen, die Lungen-Flügen entfalten sich und der Rücken kann sich aufrichten. Der Geist wird besänftigt und wenn man sich danach ins Bett begibt, ist man mit sich und der Welt versöhnt.

 

5. Tag –  Wie geht’s dem Ego

Nach vier Fastentagen fragst du dich, ob es eigentlich nicht immer so schön sein könnte.

Nein, ganz klar.

Das Fasten ist eine Auszeit und das Ego meldet seine Bedürfnisse. Und darum geht auch; was sind meine Wünsche; was befriedigt mich – Frieden – mit sich und den anderen. Das Selbst-Bewusstsein, nach den eigenen Stärken schauen und die Talente fördern, statt sie verkümmern zu lassen.

Was sind eigentlich Unterlassungs-Sünden?

Benutzt Du dein gutes Geschirr zum essen oder als Staubfänger?

Trägst Du deine Lieblingsklamotten?

Wen erfreust du mit deinen Kochkünsten.

Haben Mußestunden auch einen Platz im Terminkalender?

 

6. Tag – Die Frucht der Erkenntnis

So geht das sechs Tage und dann kommt das Ereignis, worauf alles hinausläuft: »Der Apfel«

Als Ganzes, frisch gepflückt oder als Kompott gedünstet dient er als Frucht der Erkenntnis und bringt uns in die Welt des genussvollen Essens wieder zurück.

Danach muss man sich erst mal ausruhen und in sich hinein horchen, man hat das Essen nicht verlernt.

Und wie groß eine Portion Apfel sein kann, man schafft es kaum…

 

7. Tag – Lebenslust

Welches Motiv trifft auf dich zu? (hier nach Reiss)

Anerkennung, Beziehungen, Ehre, Ernährung, Familie, Idealismus, Körperliche Aktivitäten, Macht, Neugier, Ordnung, Rache, Romantik, Ruhe, Status, Sparen, Unabhängigkeit

Das Freundlichkeitspotential:

Einfühlungsvermögen, Aufrichtigkeit, Warmherzigkeit, Versöhnlichkeit, Kontaktfähigkeit, Zugehörigkeitsgefühl, Vertrauen, Bewusstheit, Demut, Geduld, Großzügigkeit, Respekt, Flexibilität, Treue, Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft, Freude, Gedächtnis - sich an Bekannte erinnern und niemand vernachlässigen

8. Tag – Heimat

So eine Fastenwoche kann ganz schön viel ins Rollen bringen, vieles wird in Frage gestellt, auf den Prüfstand gebracht, abgewogen und manchmal verworfen, um für Neues Platz zu machen. Das Einzig Beständige ist ein Kreislauf von Werden, Wachsen und Vergehen. So heißt es auch hier wieder Abschied zu nehmen und im Alltag die Balance zu finden.

Glücklich und zufrieden betrachtet man sich im Spiegel und hat mit der ganzen Prozedur auch noch abgenommen. Seine Statur optimiert mit mehr Muskelmasse, weniger Fett und der Wasserhaushalt in der Zelle erfreut die Mitochondrien-Kraftwerke.

Die Seele wird gestreichelt, man bekommt neue Ideen und was so alles möglich ist.

Ich freue mich Sie mit Herz und Verstand zu begleiten  
Ihre Beate Heinecke